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Obstbaumschnitt 2017

Erfolgreicher Obstbaumschnitt in der Ekenisser Moostoft
Foto:Green
Mit rund 30 Teilnehmern fand die nun zum dritten Mal in der Ekenisser Moostoft durchgeführte Obstbaumschnittaktion ein großes Interesse. Jochen Brix, Vorsitzender des Vereins AFNE e.V., der den anerkannten Naturerlebnisraum betreut, war es wieder gelungen, mit dem Winderatter Pomologen Meinolf Hammerschmidt einen absoluten Fachmann zu gewinnen, der sich zunächst kritisch mit den mitgebrachten Werkzeugen auseinander setzte. Scheren müssen scheiden und nicht quetschen und Sägen müssen einen glatten Schnitt erzeugen; alles Andere führt zu Verletzungen des Fruchtholzes und damit zur Gefahr der Erkrankung. Die zweite Frage galt dem besten Zeitpunkt des Obstbaumschnittes. Dazu der Fachmann: "Bitte möglichst nahe am Zeitpunkt des Austriebs schneiden. Der Baum soll auf diese Weise "überrumpelt" werden, damit es gar nicht erst zur Bildung unerwünschter Triebe kommt. Diese entstehen gerne bei zu zeitigem Schnitt. Und nie bei frostigem Wetter schneiden." Beim Schnitt selbst sind vor allem die sog. Wassertriebe zu entfernen, und das ganz nahe am Stamm. Man kann die Wassertriebe auch sehr gut im Sommer durch einfaches Herausziehen entfernen, empfiehlt der Fachmann. Beim Verdünnen sollte man immer darauf achten, dass ein Leittrieb als "Ernährer" bestehen bleibt, da sonst der Baum durch den beim Austrieb entstehenden Saftdruck geschädigt werden könnte.

Einige Teilnehmer waren nach Ekenis gekommen, nur um in die Kunst des Veredelns von Obstbäumen durch Pfropfen eingewiesen zu werden. Auch auf diesem Gebiet ist der Pomologe ausgewiesener Fachmann. Dabei wurde deutlich, dass schon das schräge Anschneiden der Reise geübt sein will, wie eine Teilnehmerin feststellen musste. Hammerschmidt: "Unsere Praktikanten holen sich dabei regelmäßig blutige Finger." Dazu kam es in der Moostoft Gott sei dank aber nicht. Wichtig beim Pfropfen ist, dass sich an der Rückseite des Reises und der Vorderseite der "Gegenzunge" Knospen befinden, die aufeinander gelegt und dann durch Ineinanderschieben verbunden werden. Danach wird die Pfropfstelle mit Bast verbunden und mit Wachs verschmiert. Innerhalb des nächsten Jahres "wächst dann zusammen, was zusammen gehört" und das können sogar unterschiedliche Apfelsorten sein.

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